Monat: Mai 2019

Folge 29: Agustina Bessa-Luís

Es ist wieder soweit: #wirlesenfrauen und zwar „Die Sibylle“ von Agustina Bessa-Luís, ein Roman der in Portugal auf dem Lehrplan steht. Die portugiesische Autorin (1922 geboren) entführt uns in das Jahr 1846 in die Zeit der Bauernaufstände in Portugal. Der Generationenroman bietet uns einen guten Einblick in die Konflikte zwischen den Gesellschaftsschichten dieser Zeit, ländliche Bauernfamilien die durch Urbanisierung und das Erstarken des Bürgertums einander entfremdet werden. Die Geschichte des Hauses Vesada zeigt uns wie wichtig das Wissen über die Geschichte unserer Vorfahren ist und Bauernweisheiten erhalten hier sibyllinische Bedeutung.  Trotz der historischen Bezügen, beispielsweise zu dem Bandit Zé do Telhado, die teilweise an Familienkriege von Game of Thrones erinnern, sind wir mit der Erzählstruktur des Romans leider nicht zufrieden. Dafür singen wir Mariza, erklären wo der Portwein herkommt und Emma liest uns eine Textstelle auf serbokroatisch vor – einfach zum verlieben schön!

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Folge 28: Rachel de Queiroz + Beyoncé

Einen Monat nach Ostern laden wir unsere „Osterfolge“ hoch, singen Mahlers 2. Sinfonie und Christos Anesti. Vor allem aber reden wir über den Roman „Die drei Maria“ (1939) von Rachel de Queiroz (1910-2203).  Warum wurde die brasilianische Autorin auf die serbische Briefmarke gedruckt? Wie ist die Autorin politisch einzuordnen? Ihr Roman berichtet von drei Frauenfiguren, eine Art feminine Trinitas, die alle auf unterschiedliche Weise an ihrer Lebensaufgabe einen Ehemann zu finden, zerbrechen. Von #wirlesenfrauen leiten wir dann gesanglich über zum Black Feminism von Beyoncé in ihrer Netflix-Dokumentation „Homecoming“. Wir ordnen Beyoncé als Performance Künstlerin ein, bieten einen historischen Kontext in Bezug auf die Marching Bands und analysieren die colorblind Debatte in Bezug auf powerblindness. Weiterlesen

Folge 27: Daniel Galera

Von Apfel- und Kaffee-Sünden kommen wir zu Daniel Galeras Roman „So enden wir“. Ein Universitätsroman aus Brasilien, dessen reale Bezüge wir nur als Dystopie begreifen können. Ein Studentenkollektiv, gegründet in den optimistischen 1990er Jahren, trifft sich dreißig Jahre später anlässlich des Todes eines seiner Mitglieder. Der Journalist wurde bei einem bewaffneten Raubüberfall getötet. Hitze, Digitalisierung, Ausgrenzung von Minderheiten, Juni Demonstrationen in Porto Alegre etc. Hier lernen wir das Brasilien kennen, dass wenige Jahre später einen Rechtspopulisten zum Präsidenten wählte. Weiterlesen

Folge 26: Zeit Nacht + Machado de Assis

Cece erzählt von „der langen Nacht der Zeit 2019“ in Hamburg,  berichtet wie Klaus Maria Brandauer das Publikum auffordert wieder „mehr zu stören“ und rappt Deichkinds „richtig geiles Zeug“. Das hat inhaltliche Gründe. Ab Minute 36 leiten wir musikalisch über zu Joaquim Maria Machado de Assis (1839-1908) und seinem Werk „Die nachträglichen Memoiren des  Brás Cubas“ (1881). Mimi erzählt von ihrem Bücherclub und wir fordern unsere Hörer auf neue Lesezirkel zu gründen. Machado orientiert sich stark an Laurence Stern und wir können diesen Klassiker der brasilianischen Weltliteratur wärmstens empfehlen.

Sonderfolge Oper im Kino

Es ist #ersterMai und @EmmaBalzak und @FaustCF haben gemeinsam im Kino eine literarische und musikalische #Walpurgisnacht gefeiert. Emma war in Belgrad und Cece in Bremen live zugeschaltet zum Londoner Royal Opera House. Lest es nach auf unseren Profilen unter #ROHfaust ! Die Oper Faust von Gounod auf höchstem musikalischen Niveau zu hören, ein Genuss! Allerdings enttäuscht uns etwas das Libretto. Faust ist hier beispielsweise nur noch als Mann in der Midlife-Crisis zu erkennen. Auch über die Inszenierung von David McVicar haben wir einiges zu meckern, eine einfache Übersetzung des Textes ist vor allem Cece auf performativer Ebene zu schwach. Alles in allem aber können wir das Konzept von Oper im Kino sehr empfehlen! Eine geniale Idee von Emma, so lässt sich global #RelevanteMusiktheaterwissenschaft betreiben. Wir wünschen euch einen schönen ersten Mai!

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