Arme Carolina Maria de Jesus! Vielleicht unsere ärmste Folge überhaupt. Wir haben ihr „Tagebuch der Armut“ von 1962 gelesen, in dem sie ihren Alltag in einer brasilianischen Favela beschreibt. Aus unerfindlichen Gründen entwickelte sich unsere Diskussion nicht wie geplant – etwas kam dazwischen (Leben? Müdigkeit? Feierabend?) und unsere Argumentation rollten wir nicht wie geplant auf. Wir erwähnen das Konzept der Intersektionalität ohne es zu definieren (unsere Spezialität) und kritisieren den „cultural and social voyeurism“ obwohl wir zugleich Voyeurinnen bleiben. Vor allem in dem brasilianischen Film „Cidade de Deus“ (City of God) dessen Romanvorlage von Paulo Lins wir uns für eine andere Folge aufheben. Beim Stichwort Gewalt, Armen-Stereotype und Favela Voyeurismus muss auch Kusturica mal wieder herhalten (z.B. „Die Zeit der Zigeuner“ von 1991) und so bleiben wir mal wieder Meister des Name Dropping. Viel Spaß mit der Folge!