Schlagwort: Literatur

Folge 67: The Doors Jim und John

Wir lesen die Memoiren von John Densmore, dem Schlagzeuger der Band The Doors: „Riders on The Storm. Mein Leben mit Jim Morrison und den Doors“ von 1990. Durch die Briefform am Anfang der Kapitel, eine posthum an Jim gerichtete Anklage, ein sehr gelungenes literarisches Werk. Vor allem die Parallele zu seinem Bruder der ebenfalls Jim hieß, psychisch krank war und sich früh das Leben nahm, macht das Buch so ergreifend. Wir interpretieren den Songtext von The End indem sich Jim als Lizard King mit Ödipuskomplex inszeniert. Jim Morrisons Gedichtband „The Lords and the New Creatures“ von 1970 ist vor allem für Filmphilosophen interessant, da Jim selbst auch Kinematografie studierte. Es erschien ein Jahr vor seinem Tod.

Podcastfail: Seitdem Messdiener nicht mehr am Blasebalg Luft in die Pfeifen treten müssen, sind Orgeln immer elektronisch:) Living Theatre https://de.wikipedia.org/wiki/The_Living_Theatre

Folge 64: Patti Smith

Wir besprechen das Buch „Just Kids“ von Patti Smith! Die erste Autobiografie der godmother of punkrock. Der Beginn des Buches ist eine Hommage an den Fotografen Robert Mapplethorpe, den sie 1967 trifft und der für pornografische Fotografien und düstere schwarz-weiß Portraits bekannt wurde. Während Patti Smith noch als Bildende Künstlerin und Poetin auf der Suche nach ihrer künstlerischen Bestimmung war, wurde Robert in die Künstlerszene um Andy Warhol aufgenommen.  Viel später erst entdeckte Patti ihr Talent als musikalische Performerin. Von dem Leben auf die Straße ins Chelsea Hotel, Drogen, Aids und Beatnik Aura! Weiterlesen

Folge 43: Freuds Schwester

Wir lesen den Roman „Freuds Schwester“ von 2013 des mazedonischen Autors Goce Smilevski. Man weiß wenig über Adolfine, eine Schwester Sigmund Freuds, und man steht fassungslos vor der Frage: Warum half er den Geschwistern nicht ins Ausland zu emigrieren? Im Konzentrationslager in Theresienstadt kommen sie ums leben und so beginnt auch der Roman. Selbstverständlich trifft Adolfine dort auf die Schwester Kafkas, die Schwester Klimts, die Schwestern von irgendwelchen männlichen Berühmtheiten eben. Aber wie passt das zusammen: Die emanzipierte Schwester Freuds, die aufgrund einer unglücklichen Liebe im Irrenhaus landet, die intellektuelle Schwester Freuds, die nicht gesellschaftsfähig sein soll? Wir haben Fragen! Oder Vorwürfe: Spricht da nicht zu sehr der Autor aus dem 21. Jahrhundert aus Adolfine heraus? Emma Balzak hält einen Lobgesang auf alle genialen männlichen Autoren die weibliche Charaktere zeichnen können. Von Dostojewski bis zu Flaubert, Smilevski ist für uns nicht von der Partie. Trotzdem nett sich mal wieder mit Freud zu befassen! Penisneid? Trauer ist für Smilevski/Adolfine schwerwiegender!

Folge 33: Zagreb

Wir melden uns zurück aus der Sommerpause mit einer ganz besonderen Urlaubsfolge: Gemeinsam aus Zagreb! Ein Jahr ist es jetzt her, dass wir Ivo Andrić in Belgrad besprochen haben, nun switchen wir von Serbien nach Kroatien aber bleiben bei der jugoslawischen Literatur. „Jug“ steht für Süden und „Jugoslawen“ ist ein Begriff für die Südslawen. Wir besprechen den Roman von der in Berlin lebenden Autorin kroatischer Herkunft Marica Bodrozic „Sterne erben, Sterne färben. Meine Ankunft in Wörtern“ (2007). Was für ein perfekter Ort über Bilingualität zu sprechen: Emma Balzaks Geburtsort Zagreb. Was macht Sprache mit unserer Erinnerung? Wie eng ist Sprache mit Heimat verbunden? Und was hat es mit diesem faszinierenden Wort auf sich, der Jugonostalgija?

Folge 27: Daniel Galera

Von Apfel- und Kaffee-Sünden kommen wir zu Daniel Galeras Roman „So enden wir“. Ein Universitätsroman aus Brasilien, dessen reale Bezüge wir nur als Dystopie begreifen können. Ein Studentenkollektiv, gegründet in den optimistischen 1990er Jahren, trifft sich dreißig Jahre später anlässlich des Todes eines seiner Mitglieder. Der Journalist wurde bei einem bewaffneten Raubüberfall getötet. Hitze, Digitalisierung, Ausgrenzung von Minderheiten, Juni Demonstrationen in Porto Alegre etc. Hier lernen wir das Brasilien kennen, dass wenige Jahre später einen Rechtspopulisten zum Präsidenten wählte. Weiterlesen

Folge 21: Chico Buarque

Mit Chico Buarques Buch „Mein deutscher Bruder“ von 2014 starten wir unsere lusophone (portugiesisch-sprachige) Reihe, wobei Thomas Mann nicht weit entfernt bleibt. Der brasilianische Autor und Musiker erzählt von seinem deutschen Halbbruder, Horst Günther, der tatsächlich in der DDR als Sänger gelebt hat. Das Buch lebt von einem literarischen Namedropping, was zynisch treffend, trotz der ernsten Thematik (es spielt zur Zeit der Militärdiktatur), uns zum Lachen bringt. Während Cece über Aprikosen im Haar trällert, singt Emma den Liedtext „Nossa“ und ist völlig schockiert über ihre Bedeutung:) Neben der Rubrik „Vorlesen“ ist diesmal die Rubrik „Brasilien für Dummys“ auch dabei, wobei uns ein Einblick in das Werk Chico Buarques Vater Sérgio Buarque de Holanda rettet. Achso, wie man eine Kokosnuss melkt erklären wir auch! Springt auf! Weiterlesen

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